Technik
Die Brustimplantate
Brustimplantate können aus verschiedenen Materialien hergestellt werden. Die Hülle der Brustimplantate ist heutzutage jedoch immer aus dem gleichen Material, nämlich aus Silikon. Die Oberfläche des Brustimplantates kann angeraut oder glatt sein. Die angeraute Oberfläche wird aber am häufigsten verwand, da diese meist besser mit der Brust verwächst und sich dadurch Komplikationen, wie eine Kapselfibrose, vermeiden lassen. Außerdem kann durch die schnellere Verwachsung mit dem Brustgewebe die Wahrscheinlichkeit reduziert werden, dass sich das Implantat nach der Operation dreht oder verschiebt. Damit wird also die Gefahr verformter Brüste deutlich minimiert und das Ergebnis der Brustvergrößerung optimiert.
Bei der Füllung der Implantate gibt es allerdings unterschiedliche Materialien. Am häufigsten werden Füllungen aus Silikongel und Kochsalzlösungen verwendet. Aufgrund seiner Natürlichkeit wurde auch eine gewisse Zeit eine Füllung mit Sojaöl propagiert. Allerdings traten hier nach einiger Zeit oftmals Probleme mit dem Öl auf. Das Öl wurde ranzig. Füllungen mit Silikongel waren gerade in den USA eine geraume Zeit sehr verschrien, da sie im Falle eines Defektes angeblich zu Autoimmunerkrankungen oder Krebs führen sollten. Zahlreiche medizinische Tests konnten dies aber nicht bestätigen. Zudem sind die Hüllen der Implantate über die Jahre sehr viel sicherer und beständiger geworden, so dass ein Defekt des Implantates sehr selten geworden ist. Die meisten Hersteller von Implantaten geben heutzutage eine mindestens 15jährige Garantie auf ihre Hüllen. Der Hersteller McGahn, Inamed gibt sogar eine lebenslange Garantie auf die von ihm produzierten Implantathüllen. Die erhöhte Wiederstandsfähigkeit der Implantate hat damit noch einen anderen Vorteil. Früher musste die Implantate bei einer Brustvergrößerung im Schnitt alle 10 Jahre ausgewechselt werden, dies geschieht heute nur noch im Falle eines Defektes der Implantathülle.
Schließlich gibt es noch Brustimplantate, die mit einer Kochsalzlösung befüllt sind. Dies hat insbesondere den Vorteil, dass die Implantate erst nach dem Einsetzen in die Brust der Patientin befüllt werden müssen. Dadurch reicht ein sehr viel kleinerer Schritt zum Einführen des Implantates in die Brust. Außerdem kann das genaue Volumen der Implantate direkt am Objekt reguliert werden, um ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen. Implantate mit Kochsallzlösung haben aber auch einige Nachteile. Zum einen können Gluckergeräusche auftreten. Zum anderen ist die Form der Implantate nicht so hervorsehbar wie die bei Implantaten mit Silikongel. Unter Umständen kann es zu einer leichten Wellenbildung kommen. Ist die Haut der Brust sehr dünn, kann dies auch sichtbar werden. Da es im Laufe der Jahre zu einem gewissen Verlust (Deflation) der Flüssigkeit kommen kann, wird diese Erscheinung dann verstärkt. Bei Brustimplantaten mit Kochsalzlösungen kann in bestimmten Fällen auch ein Expander, also ein Implantat mit Ventil, eingebaut werden. Das Ventil liegt unter der Haut. Durch das Ventil kann das Implantat über die Zeit gefüllt werden. Meistens wird so ein Expander im Falle einer Brustrekonstruktion verwand, da dort die Haut der Patienten langsam gedehnt werden muss.
Platzierung eines Implantates
Implantate können auf zwei Arten in der Brust einer Frau platziert werden. Beide Arten sind auf der abbildung zu sehen.

Zwei Arten der Platzierung von Brustimplantate
Im ersten Fall wird das Brustimplantat über dem Muskel angebracht, eine sogenannte subglanduläre Implantation. Im Fall 2 findet eine submuskuläre Implantation statt, d.h. das Brustimplantat wird unter den Brustmuskel der Frau gelegt. Eine submuskuläre Implantation bietet sich vor allem bei sehr schlangen Frauen mit einem geringen Fett- und Drüsengewebe bei den Brüsten an, da ansonsten das Implantat zu stark sichtbar würde. Einige Ärzte sind der Meinung, dass bei der Platzierung des Implantates unter der Brustmuskulatur das Risiko einer Kapselverhärtung geringer ist. Frauen mit einer stark ausgeprägten Brustmuskulatur können allerdings nach der Brustvergrößerung über einige Zeit in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sein, da sich der Muskel erst anpassen muss. Hingegen ist ein Vorteil der subglanduläre Implantation, dass die engültige Form des Busens schneller erreicht ist. Zudem entspricht diese Form mehr dem natürlichen Aufbau der menschlichen Brust, da das Fettgewebe auch über dem Muskel und nicht darunter sitzt.
Auch um das Implantat in die Brust einzuführen gibt es verschiedene Methoden. Welcher Zugang gewählt wird liegt sowohl an den Wünschen der Patientin als auch an den Erfahrungen des Chirurgen. Bei einem axilliären Zugang wird der Schnitt durch den das Brustimplantat eingeführt wird an den Achseln der Patientin gesetzt. Der Vorteil für die Patientin ist, dass der Bereich der Brust narbenfrei bleibt. Nachteilig am axilliären Zugang ist das schlechtere Einsichtsfeld der Operationsstelle für den Arzt. Beim periareolärer Zugang wird das Brustimplantat über den Warzenhof der Frau eingeführt. Da hierfür direkt an der Brustwarze ein Schnitt vorgenommen wird, kann es langfristig zu einer helleren Narbenbildung kommen. Der für den Chirurgen übersichtlichste Schnitt wird beim inframammären Zugang durchgeführt. Hierfür setzt der Chirurg einen kleinen ca. 4-5 cm langen Schnitt in die Submammarfalte der Brust. Die Submammarfalte ist die Unterbrustfalte. Diese Technik wird am häufigsten angewand. Schließlich gibt es auch eine relativ neue Methode der Brustvergrößerung, bei der das Implantat durch den Bauchnabel eingeführt wird. Dieser Zugang bietet sich allerdings meist nur bei einem Implantat mit Kochsalzlösung an, da der Schnitt durch das spätere Füllen kleiner ausfallen kann. Diese Art des Zuganges wird nicht allzu häufig angewendet.